jueves, 19 de junio de 2014

Die Drachenbraut


Es war einmal.
In einem Dorf in Afrika lebte ein Mann, der hatte zwei Töchter. Sie waren beide sehr schön und auch schon alt genug, um heiraten zu können. Eines Tages ging der Vater ins Nachbardorf, wo er seine Freunde besuchte.
Im Dorf erfuhr er, dass der Häuptling heiraten wollte und eine Braut suchte. Als der Mann am Abend wieder nach Hause kam, sagte er zu seinen Töchtern: 
Ich habe erfahren, dass der Häuptling unseres Nachbardorfes heiraten will. Wer von euch beiden möchte seine Frau werden?
 „Ich“,sagte Mpunsikasi, die ältere Tochter. „Gut“, meinte der Vater, „ich will einige Leute aus unserem Dorf bitten, dich zu begleiten. Das ist dann dein Hochzeitszug.“ Aber das wollte die älteste Tochter nicht. Sie sagte:
Nein, ich gehe allein. Ich brauche keine Begleitung!
Darüber ärgerte sich der Vater: „Was sprichst du da? Eine Braut darf nicht allein zu ihrem Bräutigam gehen. Sie muss von einem Hochzeitszug begleitet werden.“ Aber die Tochter blieb starrsinnig und sagte immer wieder: „Nein!“ Der Vater sagte schließlich: „Na gut, dann geh allein zum Häuptling.“

Am nächsten Morgen ging Mpunsikasi los. Aber der Weg war weit. Unterwegs begegnete ihr zuerst eine Maus. „Soll ich dir den Weg zum Häuptling zeigen?“, fragte die Maus. „Geh mir aus dem Weg! Lass mich in Ruhe!“, antwortete Mpunsikasi unfreundlich. Das Mäuschen lief enttäuscht davon und Mpunsikasi ging weiter. Doch bald merkte sie, dass sie sich verlaufen hatte. Sie ging viele, viele Stunden, aber sie fand das Nachbardorf nicht. Nun kam sie an eine Wegkreuzung. Sie wusste nicht, wohin sie gehen sollte. Aber da saß ein altes Mütterchen und fragte freundlich:
 „Soll ich dir den Weg zum Häuptling zeigen?“ Die stolze Mpunsikasi antwortete: „Ich brauche deine Hilfe nicht. Du bist eine alte, hässliche Frau!“ 
Dang ging sie nach rechts weiter. „Das ist nicht der richtige Weg“, rief ihr das gute Mütterchen hinterher. Aber die hochmütige Mpunsikasi lief weiter. Da rief die alte Frau nochmals: „Du gehst den falschen Weg, aber merke dir gut, was ich jetzt sage: Du wirst zuerst an drei lachenden Bäumen vorbeikommen. Du darfst aber nicht mitlachen, sonst wirst du vor deinem Bräutigam erschrecken. 
Später wirst du einen Ledersack mit saurer Milch sehen. Du darfst aber nicht davon trinken, sonst wirst du deinem Bräutigam keinen guten Brotteig machen können. Und zuletzt wirst du zu einem Mann kommen. Er sitzt am Feuer und trägt seinen Kopf unter dem Arm. Du darfst dich nicht zu ihm setzen, sonst wirst du deinem Bräutigam kein gutes Brot backen können.“ Aber Mpunsikasi merkte sich nicht, was die alte Frau sagte. Sie ging weiter.

Bald darauf kam sie zu den Bäumen, die so fröhlich lachten. Da lachte Mpunsikasi auch fröhlich mit. Bald danach sah sie auch den Ledersack mit der sauren Milch. Weil sie großen Durst hatte, trank sie von der Milch. Zuletzt kam sie zu dem Feuer. Dort saß ein Mann, der trug seinen Kopf unter dem Arm. Er war sehr freundlich zu Mpunsikasi. Er sagte:
Setz dich und ruh dich ein Weilchen aus!“ Da setzte sich Mpunsikasi zu ihm. Nach einiger Zeit ging sie weiter. Sie lief noch viele Stunden. Zuletzt traf sie ein Kaninchen. Das sagte:
Du bist nun am Ende deines Weges angekommen. Bald wirst du einen Fluss sehen. Dort steht ein Mädchen und schöpft Wasser. Sei freundlich zu dem Mädchen.“ Aber Mpunsikasi sagte ärgerlich: „Du dummes Kaninchen kannst mir nichts befehlen. Ich mache, was ich will!

Bald kam Mpunsikasi wirklich zu dem Fluss. Am anderen Ufer sah sie das Dorf. Unten am Fluss stand das Mädchen und schöpfte Wasser. „Wohin willst du gehen?“, fragte das Mädchen freundlich. Mpunsikasi rief: „Ich will den Häuptling heiraten. Du sollst dann meine Dienerin sein!“ „Ich werde nicht deine Dienerin“, sagte das Mädchen freundlich, „aber vielleicht werde ich deine Schwägerin. Ich bin nämlich die Schwester des Häuptlings.“ 
Sie führte die hochmütige Mpunsikasi in das Dorf und in ihr Haus. Dort gab sie ihr Mehl und sagte: „Bereite einen Teig und backe daraus ein Brot. Damit sollst du deinen Bräutigam begrüßen. Aber mach schnell, der Häuptling kommt bald nach Hause.“

Lustlos begann Mpunsikasi den Brotteig zu bereiten. Sie knetete und knetete, aber der Teig wurde nicht gut. Nun formte sie ein Brot daraus und schob es in den Ofen. Das Brot verbrannte, doch das war Mpunsikasi egal.

Auf einmal kam ein starker Sturm in das Haus. Es donnerte fürchterlich laut. Aus der Luft schwebte ein schrecklicher, fünfköpfiger Drache hinab auf den Hof.
Das ist dein Bräutigam!“, erklärte die Schwester des Häuptlings. „Geh und begrüße ihn!“ Mpunsikasi war starr und kreidebleich vor Schreck. „Bruder, hier ist deine Braut“, sagte die Schwester des Häuptlings.
Das ist aber eine dumme und hochmütige Braut, die ihren Bräutigam nicht begrüßen will!“, brüllte der Drache ärgerlich.
Da ging Mpunsikasi ängstlich zum Ofen, holte ein Brot heraus und gab es dem Bräutigam zur Begrüßung. Der Drache sah das verbrannte Brot und rief zornig: „Du wirst nicht meine Frau!“ Und er schlug so kräftig mit seinem Schwanz zu, dass Mpunsikasi tot umfiel.

Zu Hause warteten der Vater und die jüngere Tochter Mpunsajano auf eine Nachricht aus dem Nachbardorf. Aber sie hörten nie wieder etwas von Mpunsikasi. Da sagte eines Tages die jüngere Tochter: „Jetzt gehe ich in das Nachbardorf. Ich will die Frau des Häuptlings werden. Vielleicht habe ich mehr Glück als meine Schwester.“

Der Vater war einverstanden und sagte: „Gut, ich werde dir einen Hochzeitszug zusammenstellen.“ Mpunsajano ging einige Tage später in Begleitung ihres Hochzeitszuges von zu Hause fort. Unterwegs begegneten sie auch der kleinen Maus. Die fragte: „Soll ich euch den Weg zum Häuptling zeigen?“ „Ja, bitte“, antwortete Mpunsajano freundlich. Die Maus zeigte ihnen den Weg und sie gingen weiter.

Dann kamen sie auch an die Wegkreuzung, wo das alte Mütterchen saß. „Soll ich euch den Weg zum Häuptling zeigen?“, fragte es. „Ja, bitte, sei so gut“, antwortete Mpunsajano. Da sagte das Mütterchen: „Geht den linken Weg in diese Richtung.“ Nach einigen Stunden kamen sie auch zu dem Kaninchen. Es sprach: „Ihr seid nun am Ende eures Weges angekommen. Bald werdet ihr einen Fluss sehen. Dort steht ein Mädchen und schöpft Wasser. Seid freundlich zu dem Mädchen.“
Hab Dank, Kaninchen, für deinen guten Rat“, sagte Mpunsajano. Bald kamen sie zu dem Fluss und zu dem Mädchen. Es fragte: „Wohin wollt ihr gehen?
Ich bin Mpunsajano. Ich komme aus dem Nachbardorf und will den Häuptling heiraten. Die Leute hier sind meine Begleiter.“ „Dann werden wir Schwägerinnen sein“, sagte das Mädchen und umarmte Mpunsajano. „Du darfst aber nicht erschrecken, wenn du deinen Bräutigam zum ersten Mal siehst.“ „Warum soll ich erschrecken?“, fragte Mpunsajano verwundert. 

Die Schwester des Häuptlings antwortete aber nicht auf diese Frage. Sie führte Mpunsajano in ihr Haus und gab ihr Mehl. Daraus machte Mpunsajano einen herrlichen Teig, formte mehrere Brote und schob sie in den Ofen. Bald duftete es im ganzen Dorf nach frischem Brot. Da kam auf einmal der Sturmwind und mit ihm der fünfköpfige Drache.
Das ist dein Bräutigam!“, sagte die Schwester des Häuptlings. Da nahm Mpunsajano die Brote und ging furchtlos auf den Drachen zu, um ihn zu begrüßen. Der Drache aß ein Brot und war sehr zufrieden damit.
Er sprach: „Dich nehme ich gern zu meiner Frau.“

Im selben Augenblick warf er die Drachenhaut ab und vor Mpunsajano stand ein schöner Jüngling. Er beschenkte seine Braut reich mit Perlen, Armbändern, Ringen und Halsketten. Einige Tage später wurde eine fröhliche Hochzeit gefeiert.

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